Pelletheizung: Öl teurer als Pellets

Was jahrelang eine Selbstverständlichkeit war, ist gegenwärtig eine Meldung wert: Die Brennstoffkosten sind für eine Pelletheizung niedriger als für eine Ölheizung. Vor dem Einbruch der Ölpreise waren die Energiekosten einer Pelletheizung lange etwa um ein Drittel niedriger, der Preisverfall für Öl ließ diese Differenz im letzten Jahr spürbar schrumpfen. Im November kehrte sich das Preisverhältnis sogar um, Heizöl war damit erstmals billiger als Holzpellets. Durch die Erholung des Ölpreises in den letzten Wochen herrschen seit Mai diesbezüglich wieder die gewohnten Verhältnisse, der Heizölpreis hat den Preis für Pellets wieder überholt.

Die ungewohnten Preisverhältnisse gingen nicht spurlos an den Pelletherstellern vorbei. In Kombination mit dem milden Winter hat der sinkende Ölpreis die Produktion von Pellets in Deutschland im letzten Jahr deutlich ausgebremst. Auch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die German Pellets GmbH hat zum Rückgang der Produktion beigetragen.

Pelletheizungen weiter abhängig von staatlicher Förderung

Der Kostenvorteil für Pellets gegenüber Öl ist mit rund vier Prozent aber zu gering, um die deutlich höheren Kosten einer Pelletheizung zu rechtfertigen. Wenn die Rechnung für Hausbesitzer derzeit überhaupt aufgeht, dann liegt dies ausschließlich an der verbesserten Förderung für Pelletheizungen im Jahr 2016. Über das Marktanreizprogramm wir der Umstieg auf eine Pelletheizung mit mindestens 4200 Euro bezuschusst, in vielen Fällen ist auch eine höhere Förderung möglich. Beim gegenwärtigen Preisniveau fossiler Brennstoffe reicht aber selbst diese Förderung im Normalfall nicht aus, um sich ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen für eine Pelletheizung zu entscheiden. Allerdings spricht vieles dafür, dass der Ölpreis während der Lebensdauer einer Pelletheizung wieder deutlich steigen wird.

DEPV: Pelletlager jetzt auffüllen!

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) rät den Verbrauchern, die Pelletlager für die kommende Heizsaison jetzt aufzufüllen. Wenngleich es natürlich zu den Aufgaben des DEPV gehört, eigentlich immer zum Kauf von Pellets zu raten, ist dieser Rat wahrscheinlich ein guter Rat. In den Sommermonaten waren Pellets auch in den vergangen Jahren stets besonders preiswert. Auch in diesem Jahr sind die Preise nach dem Ende der Heizsaison gesunken und werden vermutlich schon deutlich vor dem Beginn der nächsten Heizsaison wieder steigen. Das regionale Preisgefälle folgt in diesem Jahr ebenfalls wieder dem langjährigen Trend. Im Süden Deutschlands sind Pellets besonders günstig, hier beträgt der mittlere Preis 224,02 Euro pro Tonne. Am anderen Ende der Skala findet sich Ostdeutschland mit 235,32 Euro pro Tonne.

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