Holzpellet-Preis im April stark gesunken

Die Preise für Holzpellets waren im März bereits leicht gesunken, im April beschleunigte sich der Preisrückgang deutlich. Der Durchschnittspreis pro Tonne sank gegenüber dem Vormonat um 4,5 Prozent auf 244,33 Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um fünf Prozent.

Gründe für den Preisverfall

Wie fast immer deutet der Preisverfall auch hier auf ein Überangebot hin. Ein Blick auf die Zahlen des Vorjahres macht die Dimensionen deutlich: Der Pelletverbrauch in Deutschland betrug 1,8 Millionen Tonnen, dem stand eine Produktion von 2,1 Millionen Tonnen gegenüber. Noch wichtiger für den Rückgang der Preise ist jedoch die auf 3,2 Millionen Tonnen gestiegene Produktionskapazität der deutschen Pellethersteller, die damit nahezu doppelt so hoch war wie der Inlandsverbrauch. Anders als in anderen Branchen kann die sinkende Inlandsnachfrage auch kaum über zusätzliche Exporte ausgeglichen werden. In der EU wird rund die Hälfte der weltweit hergestellten Pellets produziert. Beim Verbrauch liegt Europa mit 80 Prozent des weltweiten Verbrauchs noch weiter vorne. Der einzige weitere relevante Markt ist Nordamerika. Dort werden jährlich rund 7,5 Millionen Tonnen produziert, aber lediglich 2,7 Millionen Tonnen verbraucht. Die Hauptabnehmer der Überproduktion kommen aus der EU. An erster Stelle liegt Großbritannien, wo Pellets allerdings primär zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Die Umstellung der nordenglischen Kraftwerke von Kohle auf Pellets ist ein zentraler Bestandteil der Strategie, um die EU-Vorgaben hinsichtlich des Anteils erneuerbarer Energien zu erfüllen. Zwar produziert das Land weniger als drei Prozent dieser Pellets selbst, aber die Importe stammen zu 80 Prozent aus den USA und aus Kanada. Erstens ist Holz dort ohnehin billiger und zweitens spielen die strengen Qualitätsnormen des ENplus-Siegels kaum eine Rolle, wenn die Pellets im Rahmen des Co-Firings in alten Kohlekraftwerken verbrannt werden.

DEPV: Jetzt die Lager auffüllen

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband rät Verbrauchern dazu, die günstigen Preise zu nutzen und jetzt ihre Lager für die nächste Heizsaison aufzufüllen. Das überrascht nicht wirklich, dazu rät der Verband eigentlich immer. Aber es sprechen tatsächlich mindestens drei Gründe dafür, dass die Preise zumindest wieder leicht ansteigen werden. Zunächst unterliegen die Pelletpreise ohnehin saisonalen Schwankungen, im Frühjahr waren Pellets in den letzten Jahren stets besonders günstig. Hinzu kommt, dass die staatliche Förderung für die Anschaffung einer Pelletheizung kürzlich erhöht wurde, was zu einer steigenden Nachfrage führen dürfte. Und schließlich sind durch die sinkenden Pelletpreise in Kombination mit den steigenden Ölpreisen die Relationen der Brennstoffpreise wieder vom Kopf auf die Füße gestellt worden. Die Brennstoffkosten pro Kilowattstunde sind derzeit für Pellets wieder um 23 Prozent niedriger als für Öl. Zwischenzeitlich hatte sich dieses Verhältnis auf dem Höhepunkt des Ölpreisverfalls umgekehrt, wodurch die Nachfrage nach Pellets noch weiter sank.

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