Bereits 95 Prozent der in Deutschland hergestellten Pellets sind ENplus-zertifiziert

Die EU-Norm EN 14961-2 legt Qualitätskriterien für Holzpellets fest. Ältere Normen beschränkten sich im Wesentlichen darauf, Vorgaben hinsichtlich der klimaneutralen Herstellung der Pellets zu machen. Die ENplus-Norm geht weit darüber hinaus und enthält auch präzise technische Vorgaben, damit die Pellets für moderne Pelletheizungen geeignet sind.

95 Prozent der deutschen Gesamtproduktion sind ENplus-zertifiziert

Inzwischen erfüllen 95 Prozent der in Deutschland hergestellten Pellets die Kriterien für eine ENplus-Zertifizierung. Das allein reicht aber nicht aus, damit auch das Endprodukt diese Kriterien erfüllt, wenn es den Kunden erreicht. So schreibt die ENplus-Norm für Kleinfeuerungsanlagen beispielsweise einen Wassergehalt von weniger als zehn Prozent vor. Diese Grenze kann auch nachträglich noch überschritten werden, falls die Pellets während des Transports oder der Lagerung Feuchtigkeit aufnehmen. Aus diesem Grund müssen auch die Händler und Lieferanten entsprechend zertifiziert sein, um derartige Qualitätseinbußen zu vermeiden. Darüber hinaus schreibt die Norm auch niedrige Obergrenzen für zahlreiche Fremdstoffe wie zum Beispiel Arsen, Chlor, Blei oder Quecksilber vor. Auch diese können noch durch Verunreinigungen nach der Herstellung überschritten werden.

Wichtige Eigenschaften von Holzpellets

Die ENplus-Norm legt sämtliche wichtigen Eigenschaften von Holzpellets fest. Für unterschiedliche Anwendungen werden dabei verschiedene Qualitätsstufen definiert. Für den privaten Verbraucher ist ausschließlich die höchste Qualitätsstufe A1 relevant, die für Pellets gilt, die in Kleinfeuerungsanlagen verbrannt werden sollen. Diese müssen einen Heizwert von mindestens 4,8 Kilowattstunden pro Kilogramm aufweisen, was in etwa einem halben Liter Heizöl entspricht. Die Ascheerweichungstemperatur muss mindestens 1200 Grad Celsius betragen. Sie liegt damit um 100 Grad höher als bei der Norm für Pellets für industrielle Anwendungen. Dadurch wird die Verschlackung der Pelletheizung deutlich reduziert, weswegen es nicht empfehlenswert ist, auf die billigeren Pellets einer niedrigeren Qualitätsstufe auszuweichen. Vorgeschrieben sind darüber hinaus die Größe und die mechanische Belastbarkeit der Pellets. Letzteres dient nicht nur dazu, einen problemlosen Transport und eine problemlose Beladung zu ermöglichen. Kurz vor dem Ende ihrer Lebensdauer müssen Pellets auch das Ansaugen und das Einblasen in den Heizkessel noch überstehen, ohne zu Holzstaub zu zerfallen. Auch das stellt die ENplus-Zertifizierung sicher.

CO2 ist nicht alles

Man merkt der ENplus-Norm an, dass ihre Vorgaben bezüglich des Umweltschutzes stark von den Klimazielen der EU beeinflusst sind. So ist beispielsweise die Entnahme von Totholz aus Wäldern zur Pelletherstellung uneingeschränkt erlaubt. Die CO2-Bilanz wird dadurch tatsächlich nicht negativ beeinflusst, weil diese toten Bäume ohnehin verwesen und ihr CO2 freisetzen würden. Unbeachtet bleibt dabei allerdings die Rolle, die diese toten Bäume als Nährstofflieferant und als Lebensraum für verschiedene Arten spielen. Auch die Verwendung von Tropenholz, dessen Einfuhr ansonsten verboten ist, ist zur Pelletherstellung zulässig, sofern es sich dabei um ohnehin anfallende Holzabfälle handelt. Dies allerdings kann kaum kontrolliert werden.

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