Pelletheizung: Kombination mit Solarthermie

Auf der diesjährigen Intersolar Europe Messe in München ist die Kombination aus Pelletheizung und Solarthermieanlage ein Schwerpunktthema. Die Hersteller von Solarthermieanlagen rechnen damit, dass die kürzlich in Kraft getretenen Verbesserungen der Förderung die Nachfrage nach solchen Kombiheizungen deutlich steigern werden.

Nicht nur die Basisförderung für die Solarthermie wurde deutlich erhöht, sondern auch ein spezieller Kombibonus für die Kopplung mit einer Biomassenheizung eingeführt. Im ersten Quartal 2015 wurden etwas 20 Prozent der neu installierten Heizungen mit einer Solarthermieanlage kombiniert. Bereits für das zweite Halbjahr erwartet die Branche eine deutliche Steigerung dieser Quote.

Eine neue Zielgruppe

Eine Solarthermieanlage muss stets mit einer zweiten Heizung kombiniert werden, weil sie im Winter den Wärmebedarf nicht allein decken kann. Die Kopplung beider Systeme erfolgt gemäß einer einfachen Logik über den Pufferspeicher: Die Solaranlage heizt den Pufferspeicher so weit wie möglich vor und die konventionelle Heizung reduziert ihre Brennstoffzufuhr entsprechend dem geringeren Wärmebedarf. Dieses Verfahren funktioniert grundsätzlich mit jeder Heizung, deren Brennstoffzufuhr automatisch geregelt werden kann. Dazu gehören neben Pelletheizungen auch Gas- und Ölheizungen. Nicht möglich ist hingegen die Kopplung mit einem Pelletkaminofen. Typischerweise wird der Brennstoffverbrauch auf diese Weise um 25 bis 40 Prozent reduziert. Primäre Zielgruppe der Solarthermie Hersteller waren bislang die Betreiber fossiler Heizungen, weil die Brennstoffkosten – und damit auch die erzielbaren Einsparungen - hier höher sind. Angesprochen wurden in erster Linie Hausbesitzer, die eine bestehende Heizung modernisieren wollten. Dass sich die aktuelle Kampagne an Betreiber von Pelletheizungen wendet, hat mehrere Gründe. Ein wesentlicher Grund liegt sicher darin, dass die Zahl der Pelletheizungen rasch zunimmt. Ende 2015 wird voraussichtlich die Grenze von 400.000 Pelletheizungen überschritten werden. Hinzu kommt, dass inzwischen schon bei den ersten Pelletheizungen eine Modernisierung ansteht. Außerdem sehen die neuen Förderrichtlinien auch eine Förderung im Neubaubereich vor, die allerdings auf besonders energieeffiziente Gebäude („Sonnenhäuser“) beschränkt ist. Entscheidendes Förderkriterium ist hier der Primärenergieverbrauch eines Gebäudes. Auch in solchen Konzepten kann die Kombination aus Pelletheizung und Solarthermieanlage eine zentrale Rolle spielen.

Von Umweltschutz redet niemand

Wenn Betreibern fossiler Heizungen eine Solarthermieanlage schmackhaft gemacht werden soll, werden neben den Kostenvorteilen immer auch die ökologischen Vorteile als zentrales Argument aufgeführt. Die ökologischen Vorteile durch Einsparungen von Pellets sind sicherlich geringer als bei der Einsparung fossiler Brennstoffe, aber sie sind zweifellos vorhanden. Pellets müssen beispielsweise produziert und transportiert werden, beides ist mit Emissionen verbunden. Auch weitere Gründe ließen sich anführen, warum Solarthermie noch umweltfreundlicher ist als die sicherlich auch umweltfreundlichen Pellets. Mit diesen Argumenten tut sich das Deutsche Pelletinstitut, das maßgeblich an der aktuellen Kampagne beteiligt ist, allerdings schwer. Schließlich werden Pelletheizungen allein schon als zu 100 Prozent klimaneutral beworben.

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