Pelletheizungen: Europameister Österreich knackt die 100.000er-Marke

In Sachen Pelletheizung ist das kleine Land Österreich ganz groß. Ist sogar Europameister! Hier heizen von 1.000 Einwohnern 12,5 mit einer umweltfreundlichen Pelletheizung. Nun hat Österreich die 100.000er-Marke geknackt. Am 16. Januar hatten Umweltminister Nikolaus Berlakovich und Vertreter der Branche die Ehre, die 100.000ste Pelletheizung in Betrieb zu nehmen. Diese ganz besondere Pelletheizung gehört zu einem modernen Einfamilienhaus in Wien Neuwaldegg und versorgt die Bewohner zentral mit Wärme.

Aus Tradition wird Erfolgsgeschichte

Heizen mit Holz hat in Österreich Tradition, Holzpellets sind eine moderne Variante davon. Kein Wunder also, dass Österreich mit der Technologie der Pelletheizkessel den Weltmarkt anführt. Vor 15 Jahren nimmt Österreich die erste Pelletheizung in Betrieb, eine Erfolgsgeschichte beginnt. Die österreichischen Hersteller von Pelletkesseln exportieren heute in alle Winkel dieser Welt, gelten als Spezialisten. Sogar das Englische Königshaus genießt seinen "Five-o’clock-tea" bei wohliger Wärme, erzeugt aus österreichischen Pelletheizkesseln. Österreichs Hersteller exportieren 80 Prozent ihrer produzierten Pelletheizkessel. Der österreichische Anteil an den deutschen geförderten Biomasse-Heizungen beträgt 60 Prozent.

Insgesamt erwirtschaften die Erzeuger von Biomasseheiztechnologien in Österreich einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro und sorgen damit für ein Wachstum von 20 Prozent. Bei einer jährlichen Zuwachsrate von 10.000 installierten Pelletheizungen im Vorreiterland verwundert es auch gar nicht, dass so ca. 5.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Deutschland zieht nach

Auch in Deutschland erfreut sich das CO2-neutrale Heizen mit Pellets schon seit längerem zunehmender Beliebtheit. Und auch hierzulande werden Pelletheizungen produziert und installiert. Im europäischen Rang stehen die Deutschen auf Platz fünf. Von 1.000 Bürgern nennen 2,3 eine Pelletheizung ihr Eigen. Die zunehmende Pellet-Produktion 2012 von 25 Prozent belegt die gestiegene Nachfrage. Die Preisentwicklung von Pellets gestaltet sich transparent und nachvollziehbar. Die Preise unterliegen nicht den Schwankungen des internationalen Marktes, wie es bei fossilen Energieträgern häufig der Fall ist. Gegenüber Heizöl ergeben sich zum Teil Preisvorteile von bis zu 48 Prozent. Ein Umstieg von fossilen Energieträgern auf Pellets kann die Heizkosten also halbieren. Ein weiterer Vorteil der Nutzung des heimischen Energieträgers besteht in seiner Verfügbarkeit und den kurzen Transportwegen. Der umweltfreundliche Rohstoff wächst praktisch „vor der Haustür“. Deutschland ist reich an Waldflächen und verfügt über eine gut laufende Holzindustrie. Die Abfälle aus der Holzverarbeitung werden zu Holzpellets weiterverarbeitet. Neben der heimischen Wertschöpfung durch die regenerative Energiequelle profitiert auch hierzulande der Arbeitsmarkt mit einem Plus an „grünen Arbeitsplätzen“.

Bildquelle: proPellets Austria