Pelletheizungen: 15 Prozent Marktbelebung in 2015

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) prognostiziert für 2015 einen Zuwachs der Neuinstallationen von Pelletheizungen um rund 15 Prozent gegenüber 2014. Das klingt nach einem beachtlichen Wachstum, allerdings war der Markt im Vorjahr um 30 Prozent eingebrochen. Selbst mit einem Wachstum um 15 Prozent wäre das Marktvolumen von 2013 noch längst nicht wieder erreicht.

Rückgang der Pelletproduktion

Der Verbrauch an Holzpellets in Deutschland sank 2014 infolge des milden Winters auf 1,8 Millionen Tonnen. Obwohl mit einer produzierten Gesamtmenge von 2,1 Millionen Tonnen die Produktionskapazität von 3,2 Millionen Tonnen längst nicht ausgeschöpft wurde, kam es zu einer Überproduktion. Als Rohstoff kamen zu 89 Prozent Sägeabfälle aus dem holzverarbeitenden Gewerbe zum Einsatz. Dazu kam in beträchtlichem Umfang die Sekundärverwertung von Möbeln und sonstigen Gegenständen am Ende ihrer Lebensdauer. Die von den Umweltverbänden kritisierte Primärverwendung – also das Fällen von Bäumen zur direkten Verfeuerung – spielte also nur eine untergeordnete Rolle.

400.000 Anlagen als Ziel

Der DEPV strebt an, noch in diesem Jahr die Grenze von 400.000 Pelletöfen zu erreichen. Gegenwärtig sind 358.000 Anlagen in Betrieb, davon weisen 231.000 eine Leistung von weniger als 50 Kilowatt auf. Im Bereich dieser Kleinanlagen, die typischerweise als Heizung in Ein- oder Zweifamilienhäusern dienen, sieht der DEPV die größten Wachstumschancen. Dazu müsste die Nachfrage bundesweit steigen. In Bayern, wo in der Vergangenheit rund ein Drittel aller Anlagen installiert wurde, zeichnete sich 2014 eine Sättigung des Marktes ab. Dafür wuchs die Nachfrage in Ostdeutschland, wenngleich auf nach wie vor schwachem Niveau. Aber 2014 wurden immerhin 13.5 Prozent aller neuen Anlagen in den ostdeutschen Bundesländern installiert.

Energieeinsparverordnung wird nur zögerlich umgesetzt

Viele alte Heizungen, die vor dem 01. Januar 1985 in Betrieb genommen wurden, dürfen eigentlich seit dem 01. Januar 2015 aufgrund der Energieeinsparverordnung nicht mehr betrieben werden. Scheinbar wird dieses Verbot in großem Umfang ignoriert. Genaue Zahlen liegen nicht vor, aber immerhin eine Schätzung der Verbraucherzentralen in NRW. Diese gehen davon aus, dass derzeit in NRW fünf bis zehn Prozent aller Heizungen illegal betrieben werden. Unklar ist, wie viele der Hausbesitzer sich eine neue Heizung nicht leisten können und wie viele in der Hoffnung auf eine höhere Förderung einfach nur abwarten, obwohl sie über ausreichende Mittel verfügen. Die Förderung des Bundes für eine neue Pelletheizung fällt mit mindestens 3000 Euro zwar recht großzügig aus, aber die Investitionskosten sind mit meist mehr als 20.000 Euro recht hoch. Hinzu kommt, dass der niedrige Ölpreis das Einsparpotenzial deutlich hat schrumpfen lassen. Im langjährigen Mittel waren Pellets um mehr als 30 Prozent billiger als Öl, aber infolge des dramatischen Einbruchs auf dem Rohölmarkt war Öl zuletzt sogar die billigere Alternative.

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