Feinstaubwerte für Pelletheizungen ab 2015: Was Betreiber wissen müssen

Anders als Wind- oder Sonnenenergie arbeiten Pelletheizungen nicht emissionsfrei. Umweltschonend sind sie deswegen, weil sie Teil eines geschlossenen Kreislaufs sind, der insgesamt klimaneutral ist. In der näheren Umgebung einer solchen Anlage kommt es daher dennoch zu Schadstoffbelastungen, beispielsweise durch Feinstaub. Lokale Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte nehmen in den letzten Jahren ständig zu. Wenngleich der Autoverkehr primär dafür verantwortlich ist, trägt auch die zunehmende Verbreitung von Pelletheizungen dazu bei. Deswegen werden die erlaubten Grenzwerte der Feinstaubemissionen von Pelletheizungen zum Jahreswechsel deutlich verschärft. Statt der bisherigen 63 Milligramm sind künftig nur noch 20 Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter zulässig.

Kein Problem bei Neuinstallationen

Ganz offensichtlich wurden die neuen Grenzwerte vorab mit den Herstellern von Pelletheizungen abgestimmt, die sofort nach der Veröffentlichung meldeten, dass ihre neuen Anlagen auch die verschärften Obergrenzen problemlos einhalten. Betreiber älterer Anlagen müssen hingegen nachrüsten, wofür ihnen allerdings eine Übergangsfrist eingeräumt wird. Wie lang diese Frist ist, hängt entscheidend vom Alter der Anlage ab. Aufpassen müssen die Betreiber neuer Anlagen, die in diesem Jahr bereits in Betrieb genommen wurden. Schon seit Anfang 2014 ist der verschärfte Grenzwert von 20 Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter Voraussetzung für eine staatliche Förderung. Dessen Einhaltung musste zu diesem Zweck aber nur einmalig vom Hersteller unter Laborbedingungen nachgewiesen werden. Demnächst wird die Einhaltung regelmäßig durch Messungen des Schornsteinfegers vor Ort überprüft.

Emissionswerte können im Betrieb deutlich abweichen

Es ist durchaus damit zu rechnen, dass auch einige Anlagen der Überprüfung vor Ort nicht standhalten, die den Labortest mühelos gemeistert haben. In der Praxis können Fehler bei der Installation zu höheren Emissionen führen. Die Statistiken belegen, dass die Erfahrung des Installateurs maßgeblichen Einfluss auf die Emissionen haben kann. In Regionen, in denen Pelletheizungen stark verbreitet sind und die Installateure daher über mehr Erfahrung verfügen, treten überhöhte Emissionswerte deutlich seltener auf. Auch die Verwendung minderwertiger Pellets kann dazu führen, dass die zulässigen Grenzwerte überschritten werden. Auf der sicheren Seite ist, wer beim Kauf der Pellets auf das ENplus-Siegel achtet.

Umstieg wird gefördert

Wer eine alte fossile Heizung durch eine moderne Pelletheizung ersetzen möchte, kann eine Förderung über das Marktanreizprogramm in Anspruch nehmen. Die Förderung beläuft sich auf mindestens 2400 Euro. Dass die Hersteller von Pelletheizungen dazu raten, den Austausch noch in diesem Jahr vorzunehmen um von dieser Förderung noch zu profitieren, ist natürlich verständlich. Zwingend erforderlich ist diese Eile indes nicht, denn das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat die Fortführung des Marktanreizprogramms über 2014 hinaus bereits angekündigt.

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