Erfreuliche Marktentwicklung der Pelletsbranche in Österreich

Regenerative Energien gewinnen in Österreich zunehmend an Bedeutung, die Hersteller entsprechender Anlagen verzeichnen teilweise hohe Zuwachsraten. Allerdings verläuft die Entwicklung nicht einheitlich. Pelletheizungen und Photovoltaik Anlagen sind stark nachgefragt, während der Absatz von Solarthermie Anlagen und Wärmepumpen rückläufig ist. Die positive Entwicklung des Gesamtmarktes wird auch auf die Währungskrise zurückgeführt. Ungewisse wirtschaftliche Aussichten begünstigen stets die Investition in Sachwerte. Die Aufspaltung des Marktes für regenerative Energien in erfolgreiche und rückläufige Marktsegmente ist zum großen Teil auf ungleiche Förderbedingungen zurückzuführen. Die Ungleichbehandlung verschiedener Technologien hat längst nicht immer technische oder ökologische Gründe, sondern basiert auch auf rein wirtschaftlichen Überlegungen. Davon profitieren in Österreich die Hersteller von Pelletheizungen und sonstigen Biomassekesseln. Hier sind mehr Arbeitnehmer beschäftigt als in den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen zusammen. Auch der Jahresumsatz ist höher als der Gesamtumsatz der drei konkurrierenden Branchen.

Biomassekessel als Verkaufsschlager

Österreichische Hersteller von Biomassekesseln sind auch international höchst erfolgreich, ihre Exportquote beträgt etwa 70 Prozent. Aber auch das Inlandsgeschäft boomt, insgesamt wurden 2011 fast 22.000 Biomassekessel im Inland abgesetzt, was einem Wachstum von mehr als 14 Prozent entspricht. Die Zahl der verkauften Biomasseöfen stieg auf nahezu 40.000 an, hier belief sich das Wachstum auf 4,5 Prozent. Dabei profitieren die Hersteller von großzügigen Förderungen der Länder. In Wien wird die Umrüstung eines Einfamilienhauses auf eine Pelletheizung beispielsweise mit durchschnittlich 5500 Euro gefördert. Die Förderung ist in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich ausgestaltet, typischerweise beläuft sie sich auf etwa 20 bis 30 Prozent der Investitionssumme. Zahleiche Gemeinden haben zusätzliche eigne Förderprogramme aufgelegt, die mit den Programmen der Länder kombiniert werden können. Meist ist daher eine noch höhere Förderung möglich.

Energie- und Ökobilanz

Im Jahr 2011 haben Biomasseanlagen in Österreich nahezu 10 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Die Photovoltaik, Wärmpumpen und die Solarthermie schafften gemeinsam weniger als eine Million Tonnen. Mittels Biomasse wurden knapp 170 Petajoule Energie gewonnen, also rund 47 Terawattstunden. Dem stehen knapp 2 Terawattstunden aus Solarthermie Anlagen und 1,5 Terawattstunden durch Wärmepumpen gegenüber. Die Photovoltaik trägt zu dieser Bilanz mit nicht einmal 0,2 Terawattstunden sehr wenig bei, was aber nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass auch die Photovoltaik in Österreich sehr erfolgreich ist. Strom ist die teuerste und in der Erzeugung aufwändigste Form nutzbarer Energie, der reine Zahlenvergleich mit Wärmeenergie ist daher wenig aussagekräftig.