Gesamtzahl der installierten Pelletheizungen hat sich verdoppelt

Die Hersteller von Pelletheizungen bekommen die sinkenden Ölpreise zu spüren. Die spürbare Verbesserung der Förderung von Pelletheizungen im April führte zwar dazu, dass in den Folgemonaten die Zahl der Förderanträge wieder leicht zunahm, was allerdings nur eine Konsolidierung auf niedrigem Niveau bedeutet. Insgesamt wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 11.803 Förderanträge gestellt, was einem Rückgang um mehr als 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dem gegenüber legte der Absatz von Öl-Brennwertkesseln gegenüber 2014 um rund 30 Prozent zu.

Der stets um positive Meldungen bemühte Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband hebt daher statt auf die Zahl der Neuinstallationen lieber auf die Gesamtzahl der Pelletheizungen ab. Diese hat sich in den letzten fünf Jahren auf nunmehr rund 400.000 verdoppelt.

Auftrieb durch die neue Energieeinsparverordnung?

Ab 2016 schreibt die neue Energieeinsparverordnung schärfere Höchstwerte für den Primärenergieverbrauch von Neubauten vor, das bisherige „Effizienzhaus 70“ wird damit zum Mindeststandard erklärt. Der Einbau einer Öl-Brennwertheizung allein reicht damit nicht mehr aus. Diese muss auf irgendeine Weise unterstützt werden. Hierzu kommen eine Wärmerückgewinnung aus der Abluft, die Kombination mit einer Solarthermieanlage oder eine deutlich über den Mindestanforderungen liegende Wärmedämmung in Betracht. Deutlich einfacher sind die Anforderungen mit einer Pelletheizung zu erfüllen. Allzu stark dürfte sich dies auf die Nachfrage aus zwei Gründen aber nicht auswirken. Erstens sind Pelletheizungen im Neubausegment ohnehin schon überproportional vertreten, während die Umrüstung im Gebäudebestand sehr schleppend verläuft. Zweitens gehören Wärmerückgewinnungssysteme bei modernen Heizungen fast schon zur Standardausstattung, weswegen auch die Energieeinsparverordnung 2016 nicht das endgültige Aus für Öl-Brennwertkessel bringen wird.

Technische Verbesserungen

Auf der Suche nach neuen Kunden setzen die Hersteller von Pelletheizungen daher auch auf technische Innovationen. Moderne Staubfilter sorgen dafür, dass selbst die verschärften Grenzwerte für Feinstaubemissionen kein Problem darstellen. Allerdings war dieses Problem auch in der Vergangenheit deutlich kleiner, als oft behauptet wurde. Bei der Ermittlung der Feinstaubemissionen wurden sämtliche Holzheizungen zusammengefasst. Die mit ENplus-zertifizierten Pellets betriebenen Heizungen stellten dabei nie das Hauptproblem dar. Zusätzlich setzen die Hersteller auf einen verbesserten Komfort. Im Fokus stehen hier selbstreinigende Kessel, die den Wartungsbedarf deutlich reduzieren.

Der Preis bleibt das Hauptproblem

Eine Pelletheizung kostet zwischen 10.000 und 15.000 Euro und ist damit rund doppelt so teuer wie eine Öl-Brennwertheizung. Die Preisdifferenz wird nur teilweise durch die höhere staatliche Förderung kompensiert. Die Einsparungen bei den Brennstoffkosten sind derzeit wegen des historisch niedrigen Ölpreises zu gering, um dies auszugleichen. Ob dies während der gesamten Lebensdauer einer Heizung so bleiben wird, ist allerdings mehr als fraglich.

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