Strom aus Pellets im Bioenergiedorf St. Peter

Das Bioenergiedorf St. Peter in Baden-Württemberg nutzt schon seit Ende 2010 Holz zur Wärmeerzeugung. Über ein Fernwärmenetz werden 170 Haushalte mit Wärme aus einem Hackschnitzelkessel versorgt. Seit wenigen Wochen werden auch Pellets zur Stromversorgung eingesetzt. Am 08. März ging ein Blockheizkraftwerk in Betrieb, das mit Holzpellets betrieben wird. Betreiber der Anlage ist die „Genossenschaft Bürger Energie“. Damit reiht sich das Projekt in die mittlerweile lange Liste von Bürgerprojekten ein, in denen Ortschaften die Umstellung der Energieversorgung selbst in die Hand nehmen.

Pellets sind günstiger als fossile Brennstoffe

Die Umstellung der Strom- und Wärmeversorgung auf Holzpellets rechnet sich auch finanziell. Die Rohstoffkosten für eine Kilowattstunde Strom belaufen sich auf knapp fünf Cent, Gas und Öl können da nicht mithalten. Für Gas müssen fast sieben Cent pro Kilowattstunde kalkuliert werden, für Öl sogar rund neun Cent. Wirklich rentabel wird die Umstellung durch die staatliche Förderung, mit der die höheren Anschaffungskosten teilweise kompensiert werden. Ökologisch zahlt sich die Umstellung auf Holzpellets in jedem Fall aus. In St. Peter werden jährlich rund 850.000 Liter Heizöl eingespart, was einer Verringerung des CO2-Ausstoßes um etwa 3500 Tonnen entspricht. Gemeint ist damit die Gesamtbilanz des CO2-Ausstoßes. Pellets erzeugen im Gegensatz zur Photovoltaik oder zur Solarthermie Energie nicht emissionsfrei, sie verursachen sogar relativ starke Emissionen von CO2. Solange das Holz aber aus nachwachsenden Beständen stammt, ist die Gesamtbilanz ausgeglichen. Holz setzt bei der Verbrennung soviel CO2 frei, wie beim Aufwuchs zuvor gebunden wurde.

Stromerzeugung aus Biomasse

Die Stromerzeugung aus Biomasse wird staatlich massiv gefördert. Das Hauptmotiv für diese Förderung besteht darin, innerhalb des Segments der erneuerbaren Energien einen möglichst hohen grundlastfähigen Anteil zu erreichen. Die Unabhängigkeit von Sonne und Wind war auch für die Genossenschaft in St. Peter das entscheidende Argument, sich für Pellets zur Stromversorgung zu entscheiden. Tatsächlich handelt es sich in mehrfacher Hinsicht um ein Vorzeigeprojekt, an dem es eigentlich nichts zu kritisieren gibt. Im Vergleich zu anderen Holzpellet-Anlagen schneidet St. Peter sehr gut ab, weil die Holzbestände des Schwarzwaldes direkt vor der Haustür liegen.

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