Seehafen Wismar löscht 20.000 Tonnen Holzpellets

20.000 Tonnen Pellets „auf einem Haufen“ sind ein absolutes Novum in der deutschen Energiewirtschaft. Zwar hat sich die Pelletproduktion in Deutschland in den letzten Jahren ständig erhöht, aber solche Liefermengen kommen auf regionaler Ebene nicht zusammen. Insofern ist die Löschung einer entsprechenden Pelletfracht im Wismarer Seehafen ein deutliches Zeichen dafür, welche Bedeutung Pelletheizungen in Europa mittlerweile haben. Das Gleiche gilt auch für die beauftragende Frachtfirma, die German Pellets GmbH mit Sitz in Wismar. Erst 2005 gegründet, gehört das norddeutsche Unternehmen mittlerweile zu den europäischen Marktführern. 2010 überstieg die Produktionskapazität erstmals eine Million Tonnen Holzpellets pro Jahr.

Strom- und Wärmeproduzenten stellen um

Jährlich erhöht sich die Anzahl der Pelletheizungen in Deutschland um 30.000 bis 35.000. Die Pellet-Inlandsproduktion reicht vom Volumen her nicht nur aus, um diese steigende Nachfrage zu befriedigen, sondern ist auch schon längst im Exportgeschäft etabliert. Denn auch europaweit steigen Pelletheizungen ständig in der Gunst der Verbraucher. Die durchschnittliche Wachstumsrate wird derzeit mit etwa 15 % beziffert. Der Grund liegt nicht nur in der neutralen Klimabilanz des Energieträgers, sondern vor allem in seinem preislichen Vorteil gegenüber den fossilen Brennstoffen. Die höchsten Zuwachsraten dabei hat Großbritannien. German Pellets hat diesen Trend rechtzeitig erkannt und seine Lieferfähigkeit auf die benötigten Mengen eingestellt.

Rotterdam und Wismar

Im europäischen Großhafen von Rotterdam ist die Löschung von Ladungen in der Größenordnung von 20.000 Tonnen Pellets bereits Normalität. Die Lieferungen kommen aus Nordamerika, wo der Holzpreis deutlich geringer ist als in Europa. Mit German Pellets hat nun auf einmal auch der Hafen Wismar Anteil an der Konjunktur der alternativen Energien. Für 2013 ist der Bau einer Lagerhalle vorgesehen, die German Pellets als Logistik-Stützpunkt für den Verkauf an Kunden in ganz Europa dienen wird. Schüttgutfrachter wie die „Federal Elbe“, die das erste Rekordvolumen lieferte, sind 200 Meter lange und 24 Meter Handysize-Schiffe, die in Wismar problemlos anlegen können.

German Pellet engagiert sich international

Nicht nur Kraftwerke, sondern auch den Endkundenmarkt wird German Pellet europaweit bedienen. Eine wichtige Expansion ist der Schritt nach Italien, wo sich Pelletheizungen einer überdurchschnittlich hohen Beliebtheit erfreuen. Um die Nachfrage in Europa zu befriedigen, hat German Pellets bereits ein Werk in Texas, USA, in Betrieb genommen. Der Standort hat den schönen Namen Woodville.

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