Wie viel Holzpellets verbraucht eine Pelletheizung pro Jahr?

Bezogen auf das Volumen oder die Masse ist der Heizwert von Pellets relativ niedrig, weswegen in einem typischen Einfamilienhaus von einem Bedarf von mehreren Tonnen pro Jahr auszugehen ist. Etwa vier Tonnen sind eine realistische Größenordnung für Bestandsgebäude, gut isolierte Neubauten benötigen deutlich weniger. Aufgrund des niedrigen Preises sind die Heizkosten dennoch deutlich niedriger als bei einer Gas- oder gar einer Ölheizung.

Einige einfache Faustformeln

Wurde das Gebäude bislang mit fossilen Brennstoffen beheizt und ist deren Verbrauch bekannt, lässt sich der Verbrauch nach der Umstellung auf eine Pelletheizung leicht abschätzen. Ein Kilogramm Holzpellets entspricht etwa einem halben Liter Öl oder einem halben Kubikmeter Erdgas. Ebenso einfach fällt die Abschätzung für einen Neubau aus, dessen Energieverbrauch beispielsweise aus dem Energieausweis bekannt ist. Mit einem Kilogramm Pellets lassen sich etwa fünf Kilowattstunden Wärmeenergie erzeugen. Bei dieser Abschätzung darf aber der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung nicht vergessen werden! Im Energieausweis ist der reine Heizbedarf angegeben.

Bildquelle: Geneva2106 unter CC BY-SA 4.0

Eine kurze Beispielrechnung

Zugrunde gelegt werden die durchschnittlichen Preise für Pellets, Gas und Öl im Juli 2013: Öl = 0,83 Euro pro Liter, Erdgas = 0,69 Euro pro Kubikmeter, Pellets = 0,27 Euro pro Kilogramm. Des Weiteren wird der Einfachheit halber für alle Heizungen ein Wirkungsgrad von 90 Prozent angenommen. Die jährlichen Kosten für Pellets belaufen sich dann auf 900 Euro, die für Erdgas auf 1150 Euro und die für Öl auf 1.383 Euro.

Bei Vergleichen genau hinschauen!

Im Internet finden sich zahlreiche Erfahrungsberichte, wie sich die jährlichen Heizkosten nach der Umstellung auf eine Pelletheizung entwickelt haben. Die dort angegebenen Werte weisen eine recht große Streuung auf. Werden die reinen Kosten für den Brennstoff angegeben, liegen den Werten aus den vergangenen Jahren die Gas- beziehungsweise Ölpreise aus den jeweiligen Jahren zugrunde. Beide Preise sind in der jüngeren Vergangenheit kontinuierlich gestiegen. Verglichen mit den aktuellen Preisen fossiler Brennstoffe fallen die Einsparungen also deutlich größer aus. Übertreibungen sind aber auch in die andere Richtung zu finden. Oft wird mit dem Einbau einer Pelletheizung auch der alte Heizkessel durch einen modernen Brennwertkessel ersetzt, der einen erheblich höheren Wirkungsgrad aufweist.

Einflussfaktoren auf den Pelletverbrauch

Zunächst hängt selbstverständlich der Energieverbrauch des Gebäudes von zahlreichen Faktoren ab. Als Beispiele seien ein durchgeführter hydraulischer Abgleich oder auch einfach die Wärmeisolierung des Gebäudes genannt. Die Energieeffizienz des Gebäudes ist in der Tat der mit Abstand wichtigste Faktor, ist aber unabhängig von der konkreten Heizmethode. Ein für Holzpellets spezifischer Einflussfaktor ist der Heizwert der Pellets. Die DIN plus Norm schreibt einen minimalen Heizwert von fünf Kilowattstunden pro Kilogramm vor, aber Abweichungen nach oben sind bei hochwertigen Pellets durchaus möglich. Zu beachten ist auch, dass die europäische Norm EN plus lediglich einen Heizwert von mindestens 4,5 Kilowattstunden pro Kilogramm vorschreibt. Ein Unterschied von zehn Prozent beeinflusst den Pelletverbrauch erheblich!

Pellets sind der billigste Rohstoff!

Der Pelletverbrauch hängt stark von der Energieeffizienz des Gebäudes, dem Zustand der Heizung und der Qualität der Pellets ab. In einem hocheffizienten neuen Einfamilienhaus kann der jährliche Verbrauch unter 2,5 Tonnen pro Jahr liegen, in einem schlecht isolierten Altbau mit altem Heizkessel über fünf Tonnen. Die Kosten für die Pellets sind aber in jedem Fall deutlich niedriger als die Brennstoffkosten einer Öl- oder Gasheizung.

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