Vor- und Nachteile einer Pelletheizung

Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile einer Pelletheizung sind zwei Themenbereiche zu unterscheiden. Zunächst gilt es, eine Pelletheizung aus rein pragmatischer Sicht mit einer konventionellen Heizung zu vergleichen. Hier stehen natürlich die Anschaffungs- und Betriebskosten im Vordergrund. Zu beachten ist jedoch auch der höhere Platzbedarf einer Pelletheizung. Ein zweites Thema ist die ökologische Bewertung einer Pelletheizung. Diese war sehr einfach, solange Pelletheizungen eine Nischentechnologie waren und die benötigten Pellets vollständig aus Holzabfällen hergestellt werden konnten. Mit der rasant steigenden Nachfrage nach Pellets wird diese makellose Ökobilanz ein wenig getrübt.

Hohe Anschaffungskosten, niedrige Energiekosten

I. Die Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten einer Pelletheizung sind deutlich höher als die einer Gas- oder Ölheizung. Als Richtwerte können 6.000 Euro für eine Gasheizung, 9.000 Euro für eine Ölheizung und 13.000 Euro für eine Pelletheizung dienen. Die Unterschiede relativieren sich aber durch die staatliche Förderung für die Anschaffung einer Pelletheizung. Seit Anfang 2015 beträgt die Mindestförderung für den Umstieg auf eine Pelletheizung 3.000 Euro. Aufgrund der Komplexität der Förderprogramme kann der exakte Kostenvergleich vom Fachbetrieb nur im konkreten Einzelfall vorgenommen werden. Grundsätzlich gilt aber, dass die Differenz der oben genannten Richtpreise durch die höhere Förderung regenerativer Energien zu einem erheblichen Teil kompensiert wird.

II. Die Energiekosten

Bei den Energiekosten spielt eine Pelletheizung ihre Vorteile aus, denn pro Kilowattstunde Heizenergie sind die Kosten für Holzpellets niedriger als für Gas oder Heizöl. Die Pelletspreise waren im letzten Jahr mit etwa 5.1 Cent pro Kilowattstunde relativ stabil. Auch die Kosten für Erdgas waren mit 6,7 Cent pro Kilowattstunde sehr stabil. In diesem Vergleich schneiden Pellets also sehr gut ab. Ein Vergleich mit den Heizölkosten ist kaum möglich, da der Ölpreis derzeit extremen Schwankungen unterliegt. Ende 2013 betrugen die Kosten für Heizöl noch fast 9 Cent pro Kilowattstunde, danach brach der Ölpreis dramatisch ein. Zeitweise war Heizöl sogar billiger als Pellets. Fest steht jedoch, dass irgendwann in naher oder ferner Zukunft der endliche Rohstoff Öl deutlich teurer sein wird als der nachwachsende Rohstoff Holz.

Höherer Platzbedarf für Pelletheizungen

Je nach den örtlichen Gegebenheiten kann der größere Platzbedarf für die Lagerung der Pellets ein Nachteil sein. Ein Kilogramm Holzpellets besitzt einen Heizwert von 4,8 Kilowattstunden, das entspricht ungefähr dem Heizwert eines halben Liters Heizöl. Ein Kubikmeter Lagerraum fasst rund 650 Kilogramm Pellets, was einem Heizwert von 3120 Kilowattstunden entspricht. Dem gegenüber weisen 1.000 Liter Heizöl einen Heizwert von 9.800 Kilowattstunden auf. Auch die Fördereinrichtung zwischen dem Pelletlager und dem Heizkessel benötigt zusätzlichen Platz, weswegen der Platzbedarf einer Pelletheizung insgesamt deutlich höher als der einer Öl- oder Gasheizung ist.

Bessere Ökobilanz

Die Ökobilanz einer Pelletheizung ist deutlich besser als die einer Gasheizung, eine Ölheizung schneidet noch schlechter ab. Soweit Pellets aus nachwachsenden Beständen gewonnen werden, weisen sie wegen des geschlossenen Kreislaufs eine neutrale CO2-Bilanz auf. Ein weiterer Vorteil der Pelletheizung liegt darin begründet, dass andere Schadstoffe wie Schwefeldioxid in deutlich geringerem Umfang freigesetzt werden als von fossilen Energieträgern. Die Feinstaub-Emissionen sind dagegen höher als beispielsweise bei einer Ölheizung. Allerdings konnte dieses Problem bei modernen Anlagen durch entsprechende Filter deutlich entschärft werden. Ohnehin verbrennen Pellets deutlich sauberer als Hackschnitzel, weswegen die gelegentlich veröffentlichten Zahlen über die durchschnittlichen Emissionen von Holzheizungen wenig aussagekräftig sind.

Vergleich mit anderen regenerativen Energien

Mit der Solarthermie kann die Ökobilanz einer Pelletheizung nicht konkurrieren. Dafür ist der Energieaufwand für die Herstellung und den Transport der Pellets zu hoch. Verglichen mit anderen Biomassenanlagen ist die Ökobilanz jedoch sehr gut. Gegenwärtig kann fast der gesamte deutsche Bedarf von rund 2 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr aus Sägeabfällen und der Sekundärverwertung von Holzabfällen gedeckt werden. Dies wird sich ändern, wenn die Zahl der Pelletheizungen weiter im gegenwärtigen Tempo zunimmt. Eine Lösung besteht in so genannten Kurzumtriebsplantagen, in denen schnell wachsende Bäume zur Brennholzgewinnung landwirtschaftlich gezüchtet werden. Der Anbau von Biomasse zur energetischen Verwertung hat stets unerwünschte ökologische Nebenwirkungen. Aber auch Umweltverbände wie der BUND und NABU bescheinigen den Kurzumtriebsplantagen eine deutlich bessere Ökobilanz als dem Anbau anderer Biomassenpflanzen. Fatal wäre allerdings, wenn stattdessen billige Pellets oder billiges Holz aus Kostengründen in erheblichem Umfang importiert würden.

Pelletheizungen überzeugen ökonomisch und ökologisch

Wirtschaftlich rechnet sich eine Pelletheizung meist, weil die höheren Investitionskosten durch die staatliche Förderung teilweise ausgeglichen werden. Ökologisch sind Pelletheizungen als die umweltfreundlichste Biomassentechnologie einzuordnen, sofern das Holz aus nachhaltiger forstwirtschaftlicher Nutzung stammt.