Planung einer Pelletheizung

Pelletheizungen werden in verschiedenen Ausführungen angeboten. Neben vollautomatischen Pelletkesseln werden auch halbautomatische angeboten, außerdem stehen inzwischen auch Pelletkessel mit Brennwerttechnologie zur Verfügung. Durch diese Variantenvielfalt steht heute für nahezu jedes Gebäude eine passende Pelletheizung zur Verfügung.

Passt die Pelletheizung in den Keller?

Wenn im Keller wenig Platz vorhanden ist, muss der größere Platzbedarf für Holzpellets bei der Planung der Pelletheizung berücksichtigt werden. In einem typischen Einfamilienhaus sollte das Pelletlager ungefähr vier Tonnen fassen, was einem Volumen von rund sechs Kubikmetern entspricht. Grob gesprochen wird für die Lagerung der Pellets doppelt so viel Platz wie für einen Heizöltank benötigt. Auch die Förderschnecke, mit der die Pellets meist in den Heizkessel befördert werden, benötigt zusätzlichen Platz. Allerdings gibt es Lösungen, wenn der Platz nicht ausreicht. Die einfachste Lösung besteht darin, ein kleineres Pelletlager zu verwenden, das mehrmals jährlich befüllt wird. Dies ist aufgrund der geringeren Liefermengen mit Mehrkosten verbunden. Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Pellets nicht neben dem Kessel zu lagern, sondern irgendwo sonst, wo sich genügend Platz findet. In diesem Fall kann statt der Förderschnecke ein Saugsystem eingesetzt werden, mit dem ungefähr 30 Meter überbrückt werden können. Die Nachteile dieser Saugsysteme bestehen in den höheren Anschaffungskosten, dem höheren Stromverbrauch und den lauteren Betriebsgeräuschen. Alternativ kommen halbautomatische Pelletkessel infrage, die manuell befüllt werden.

Auslegung des Kessels

Für die Auslegung der Pelletheizung gelten dieselben Richtwerte, die auch für Gas- oder Ölheizungen gelten. Ein wenig Aufmerksamkeit erfordert aber die vorausschauende Planung, falls in Zukunft mit einem geringeren Energiebedarf zu rechnen ist. Bei einer Pelletheizung kann ein Pelletkessel mit modularem Wärmetauscher für die notwendige Flexibilität sorgen. In diesen Kesseln wird der Abtransport der Wärme reguliert, indem die Fläche des Wärmetauschers dem Bedarf angepasst wird.

Anschluss an den Heizkreislauf

Im Normalfall ändert sich nicht viel gegenüber dem Anschluss eines Gas- oder Ölkessels. Bei der Planung ist allerdings zu beachten, dass Pelletheizungen nicht mit zu niedriger Temperatur betrieben werden sollten. Das kann zum Problem werden, wenn Flächenheizkörper zum Einsatz kommen, die mit großen Abstrahlflächen und einer niedrigen Vorlauftemperatur arbeiten. Wer die Flächenheizkörper nicht austauschen möchte, muss sich mit anderen Lösungen behelfen, die allerdings unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen können. Im Kern geht es dabei darum, die Vorlauftemperatur zu erhöhen und gleichzeitig den Durchfluss durch die Heizkörper zu reduzieren. Das Problem besteht darin, dass die optimalen Einstellungen für die Vorlauftemperatur und den Durchfluss jedes Heizkörpers eigentlich durch den zuvor durchgeführten hydraulischen Abgleich schon vorgegeben sind. Davon abzuweichen bedeutet, die Heizung weniger effizient zu betreiben. In nicht optimal gedämmten Altbauten stellt dies kaum ein Problem dar, da hier höhere Vorlauftemperaturen benötigt werden. In optimal gedämmten Neubauten kann eine Wärmepumpe die bessere Lösung bei der Planung der Heizung sein, da für Wärmepumpen niedrige Vorlauftemperaturen optimal sind.

Anschaffungskosten und Förderung

Insgesamt müssen für eine Pelletheizung rund 13.000 Euro veranschlagt werden, wovon etwa 8.000 Euro auf den Kessel entfallen. Die übrigen Kosten verteilen sich auf die vergleichsweise kleinen Einzelposten für den Tank, das Fördersystem und den Pufferspeicher. Teurer wird es, wenn der Tank nicht in den Keller passt und ein Außensilo oder ein Erdtank benötigt wird. Dadurch steigen die Gesamtkosten auf rund 15.000 Euro. Durch die seit April 2015 deutlich verbesserte staatliche Förderung von Pelletheizungen sinken die Kosten jedoch erheblich. Die Basisförderung beläuft sich auf 3.500 Euro für eine Pelletheizung mit Pufferspeicher, ohne Pufferspeicher beträgt sie 3.000 Euro. Deutlich höhere Beträge können bei der Planung für einen Pelletkessel mit Brennwerttechnik angesetzt werden. Für Anlagen mit Pufferspeicher steigt die Basisförderung dann auf 5.250 Euro, für Anlagen ohne Pufferspeicher auf 4.500 Euro. Weitere 500 Euro werden als Kombinationsbonus gewährt, wenn die Pelletheizung mit einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage kombiniert wird. Gefördert werden auch Maßnahmen, die der Effizienzsteigerung der Pelletheizung dienen. Darunter können bauliche Maßnahmen im Keller fallen, der Austausch der Heizkörper oder auch der hydraulische Abgleich. Hier werden zehn Prozent der Kosten übernommen, maximal aber in Höhe der halben Basisförderung. Neben dieser Bundesförderung existieren in einigen Bundesländern zusätzliche Förderprogramme.

Wirtschaftlichkeit einer Pelletheizung

Das Internet ist voll von Berechnungen, wie schnell sich die höheren anfänglichen Investitionen durch die niedrigen Brennstoffkosten amortisieren. Das Problem aller dieser Berechnungen besteht darin, dass sie Annahmen über die Entwicklung der Preise für Pellets, Gas und Öl machen müssen. Im Dezember 2013 waren die Kosten für Öl pro Kilowattstunde um fast 40 Prozent höher als für Pellets, seitdem ist der Ölpreis so stark gefallen, dass Öl zwischenzeitlich sogar kurzfristig billiger war als Pellets. Selbst Profis trauen sich derzeit kaum langfristige Wetten auf Rohstoffpreise zu, zumal sich der Markt mit dem Wiedereintritt des Iran nach Aufhebung der Sanktionen erneut dramatisch ändert. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, wie hoch er die jährlichen Einsparungen bei den Energiekosten in den nächsten Jahren einschätzt.

Fazit: Pelletheizungen passen in fast jedes Gebäude

Nahezu jedes Gebäude ist für eine Pelletheizung geeignet. Die besondere Stärke von Pelletheizungen besteht darin, hohe Temperaturen zu niedrigen Brennstoffkosten zur Verfügung zu stellen. Je mehr Wärme benötigt wird, desto größer sind die ökologischen und – vermutlich – ökonomischen Vorteile einer Pelletheizung.